Skibergsteigen – schönste Form von Bergerlebnis
Seit 1984 gehört Skibergsteigen für mich zur schönsten Form des Bergsteigens. Über die Jahrzehnte habe ich weit über 200 Skitouren unternommen. Alle meine Skitouren dokumentiere ich seit je her in meinem persönlichen Skitouren-Logbuch. Seit 2019 berichte ich zudem hier ausführlich über meine Skitouren-Erlebnisse.
Skibergsteigen der 80er Jahre
Das Skibergsteigen der 80er Jahre hat mit dem heutigen Skitouren-Gehen nichts mehr zu tun. Es gab keine Funktionsbekleidung und mein erstes Paar Ski war ein im Sperrmüll gefundener Ski mit angeschraubten Kanten – der Kitzbühler Kurzski. Mein Vater hatte den Kitzbühler Kurzski einst dem Sperrmüll in unsrem Wohnhaus in der Schaffhauser Straße entnommen.

Kreativität
Zudem hatte mein Vater damals für mich zwei Lawinensonden zur Feinsondierung selbst gefertigt. Diese beiden Lawinensonden besitze ich noch heute. Bei unsren Skitouren hatte eine der Lawinensonden ich im Rucksack und die zweite Lawinensonden mein Begleiter, meist mein Sparringspartner Max. Max war über viele Jahre mein treuer Begleiter auf Skitouren. Wenn es galt Entscheidungen in heiklen Situationen zu treffen, war Max mein geschätzter Abstimmungspartner. Leider hat Max das Skibergsteigen an den sogenannten unschönen Nagel gehängt.

Bedingungslose Unterstützung
Lasst mich zu meinem Vater zurück kommen. Wie vieles hat mein Vater diese Lawinensonden nicht nur gefertigt, sondern genial entworfen gehabt. Im Bedarfsfall werden 7 Einzelstäbe miteinander verschrauben und man hat eine ausreichend lange Lawinensonden zur Feinsondierung Einsatz bereit. Allerdings hat nicht nur mein Vater meine Begeisterung für’s Skibergsteigen unterstützt, auch meine Mutter hatte ihre Fähigkeiten für mein Interesse vollumfänglich eingebracht. Dies obwohl meine Eltern aus Gründen elterlicher Fürsorge sich von mir lieber Hobbies mit geringerem Restrisiko gewünscht hätten.
Welche Anspannung meine Eltern während meiner Skitouren durchlebt hatten, konnte ich erst erahnen, als ich selbst Papa wurde. Um so mehr gilt mein Respekt und meine Achtung meinen Eltern, indem sie mich in meiner grenzenlosen Begeisterung für das Skibergsteigen immer bedingungslos unterstützt hatten.
Zurück zu meiner Mutter, sie hatte über viele Jahre meine ach so geliebte Bundhose aus Gabardine immer und immer wieder auf ein Neues geflickt. Ich kann nicht sagen, wie oft meine Mutter meine Hose im Gesäß unterlegt hatte, mindestens wohl 3 bis 4 mal, bis ein weiteres Ausbessern unmöglich wurde. Diese meine geliebte Bundhose hatte ich von meinem Vater übernommen und wie man entnehmen kann überaus geschätzt. Mein zutiefst herzlicher Dank gilt dir meiner geliebten Mutter und dir meinem geliebten Vater für eure bedingungslose Unterstützung!

Abseitige Pfade
Damals verstand man unter dem Begriff „Skitouren-Gehen“ das Bergsteigen mit Ski abseits jeglicher Skipisten und kein Skiwandern auf Pisten in einer „wohligen“ Herde von Menschen zur Präsentation der neuesten Mode Accessoires in pink, crimson und royal. Seit Corona wird mit dem Begriff „Skitouren-Gehen“ das Wandern mit Skiern auf Pisten und ausgetrampelten Pfaden unter Menschenmassen verstanden. Diese neuartige Form des „Skitouren-Gehens“ hat mit Skibergsteigen, das von mir hier dokumentiert wird, nichts zu tun.

Bevor sich jemand auf diese Art des Skibergsteigens einlassen möchte, darf ich auf meinen Blogeintrag zum Thema Sicherheit auf Skitouren vom 24. November 2019 verweisen. Nachfolgend ein Auszug meiner jüngsten Skitouren-Erlebnisse der vergangenen Jahre und ein Rückblick auf historische Skitouren.
Viel Spaß beim Stöbern und Lesen!
Dr. Harald Klein


